Angebotserstellung bei Baustoffherstellern: Dach und Fassade

Angebotserstellung bei Baustoffherstellern: Dach und Fassade

Angebotserstellung bei Baustoffherstellern: Dach und Fassade

Moderne Gebäudefassade mit Metallverkleidung

MERCURA JOURNAL

Branchen

26. Oktober 2026

ca. 6 Minuten

Lukas Bock, Mitgründer & CEO

INHALT

  1. Woher kommen die Anfragen bei Dach- und Fassadenherstellern?

  2. Was ist an der Angebotserstellung bei Baustoffherstellern so speziell?

  3. Beispiel: Aus einer Händleranfrage wird ein Systemangebot

  4. Wie unterstützt KI die Angebotserstellung bei Baustoffherstellern?

  5. Was ist mit LVs aus Ausschreibungen?

  6. Wo sind die Grenzen, und wann passt das nicht?

  7. Wie aufwendig ist die Einführung?

  8. Fazit

  9. Häufige Fragen

Ein Baustoffhändler leitet eine Anfrage weiter: Flachdachsanierung, 1.850 m², Aufbau „wie Bestand, aber mit Gefälle“, dazu ein Dachplan als PDF und die Bitte um Angebot bis Donnerstag. Für die Angebotserstellung bei Baustoffherstellern ist das Alltag, und der Aufwand steckt nicht im Preis, sondern im System: Welche Schichten, welche Mengen, welche Gebinde, welche Fracht? KI kann diese Übersetzung aus Anfrage oder LV in ein vollständiges Systemangebot vorbereiten. Prüfung und Freigabe bleiben beim Innendienst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dach- und Fassadenhersteller verkaufen Systeme: Dampfsperre, Dämmung, Abdichtung, Befestigung, Anschlüsse. Eine Anfrage nennt selten alle Schichten.

  • Mengen kommen in m² oder lfm, geliefert wird in Rollen, Platten, Paletten und Gebinden. Die Umrechnung samt Überlappung und Verschnitt kostet Zeit.

  • Fracht, Baustellenlieferung, Kranentladung und Mindermengen gehören ins Angebot und werden häufig vergessen.

  • KI wie Mercura liest Anfragen und LVs, ordnet jede Schicht dem eigenen Katalog zu, prüft Anforderungen wie Brandverhalten und markiert offene Angaben.

  • Mercura arbeitet mit mehreren Dach-, Fassaden- und Baustoffherstellern zusammen; jedes Angebot wird vor dem Versand geprüft.

Woher kommen die Anfragen bei Dach- und Fassadenherstellern?

Anfragen bei Dach-, Fassaden- und Baustoffherstellern kommen meist aus drei Richtungen: vom Baustoffhandel, der für einen Verarbeiter anfragt, direkt von Dachdeckern, Fassadenbauern oder Stuckateuren und aus Ausschreibungen über Planer und Architekten. Häufig ist es dieselbe Baustelle über zwei oder drei Kanäle.

Über den Baustoffhandel. Der Händler schickt eine Mengenliste oder leitet die E-Mail des Verarbeiters weiter. Oft mit dem Hinweis „Objektpreis gewünscht“ und knapper Frist.

Direkt vom Verarbeiter. Der Dachdecker beschreibt das Objekt in Stichworten, schickt Fotos vom Bestand oder ein Aufmaß. Fachlich präzise, formal uneinheitlich.

Aus Ausschreibungen. Planer und Architekten schreiben Dach- oder Fassadenarbeiten mit LV aus, oft als GAEB oder PDF, mit Langtexten zu jeder Schicht. Der Hersteller wird angefragt, um den Bieter mit Material und Preisen zu unterstützen.

Dazu kommen Planungsleistungen, die viele Hersteller anbieten, etwa Verlegepläne für Gefälledämmung auf Basis eines Dachplans mit Abläufen und Attikahöhen. Die Anfrage dafür enthält Zeichnungen, keine Artikelnummern.

Was ist an der Angebotserstellung bei Baustoffherstellern so speziell?

Die Angebotserstellung bei Baustoffherstellern ist speziell, weil aus wenigen Zeilen Anfrage ein mehrschichtiges System mit vielen Artikeln wird und jede Menge in Verpackungseinheiten umgerechnet werden muss. Ein „Flachdach 1.850 m²“ ist für das Angebot erst brauchbar, wenn Aufbau, Schichtdicken, Rollen, Platten und Zubehör feststehen.

Die vier typischen Aufwandstreiber:

  1. Systemaufbau ergänzen. Gefragt ist „Abdichtung“, angeboten werden muss Voranstrich, Dampfsperre, Dämmung, Trennlage, Abdichtung in zwei Lagen, Randabschlüsse, Anschlüsse an Lichtkuppeln und Abläufe.

  2. Mengen umrechnen. m² in Rollen, Platten oder Paletten, lfm in Stück oder Bunde, mit Überlappungen und üblichem Verschnitt.

  3. Anforderungen prüfen. Dämmstärke, Wärmeleitfähigkeit, Druckfestigkeit, Brandverhalten nach DIN EN 13501-1, Windsogsicherung, Eignung für Gründach oder Photovoltaik.

  4. Logistik einpreisen. Fracht, Baustellenzustellung, Kranentladung, Palettenpfand, Mindermengenzuschläge.

Bei Fassaden kommt die Systemfrage noch stärker dazu: Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist als Gesamtsystem bauaufsichtlich zugelassen. Kleber, Dämmplatte, Dübel, Armierung und Putz sind deshalb aufeinander abgestimmt und nicht beliebig austauschbar. Bei vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF) entscheiden Unterkonstruktion, Befestiger und Bekleidung gemeinsam über die Statik.

Beispiel: Aus einer Händleranfrage wird ein Systemangebot

Das folgende Beispiel zeigt eine anonymisierte Anfrage, wie sie Dachbahnen-Hersteller über den Baustoffhandel erhalten könnten.

„Hallo zusammen, Objekt Gewerbehalle, Flachdachsanierung ca. 1.850 m², Trapezblech, Altaufbau wird entfernt. Neu: Dampfsperre, Gefälledämmung 2 %, im Mittel ca. 200 mm, Abdichtung Bitumen 2-lagig, Attika ca. 210 lfm, 12 Abläufe, 4 Lichtkuppeln. Bitte Objektpreis frei Baustelle mit Kran. Plan anbei. Gruß, [Baustoffhandel]“

So könnte der vorbereitete Angebotsentwurf aussehen:

Anfrage

Systemposition

Menge laut Anfrage

Angebotsmenge

Was zu prüfen ist

Dampfsperre

Bitumen-Dampfsperrbahn für Trapezblech

1.850 m²

in Rollen, inkl. Überlappung

Eignung auf Trapezblech

Gefälledämmung 2 %

Gefälledämmplatten nach Verlegeplan

1.850 m², Ø 200 mm

nach Verlegeplan

Verlegeplan nötig, Plan liegt bei

Abdichtung 2-lagig

Unterlagsbahn + Oberlagsbahn beschiefert

je 1.850 m²

in Rollen, inkl. Überlappung

Windsog, Brandverhalten

Attika

Anschlussbahnen, Randabschluss

210 lfm

in Rollen bzw. Stück

Attikahöhe fehlt

Abläufe

Dachabläufe mit Anschlussflansch

12 Stück

12 Stück

Nennweite fehlt, Notentwässerung offen

Lichtkuppeln

Anschlussmanschetten

4 Stück

4 Stück

Kuppelmaß fehlt

Logistik

Fracht frei Baustelle, Kranentladung

–

Zuschlagszeilen

Zufahrt, Liefertermin

Drei Positionen haben offene Angaben (Attikahöhe, Ablauf-Nennweite, Kuppelmaß). Ein gutes Angebot fragt diese gezielt nach, statt sie zu schätzen. Die Gefälledämmung bleibt ein Fall für den Verlegeplan der Anwendungstechnik.

Wie unterstützt KI die Angebotserstellung bei Baustoffherstellern?

KI unterstützt die Angebotserstellung bei Baustoffherstellern, indem sie Anfrage oder LV in jedem Format liest, jede genannte Schicht und jedes Zubehör dem eigenen Katalog zuordnet, Anforderungen prüft und offene Angaben markiert. Der Innendienst bekommt einen Systemvorschlag, den er prüft, ergänzt und freigibt.

Mercura, eine KI-Software für Angebots- und Auftragsautomatisierung im technischen Vertrieb, übernimmt dabei:

  • Einlesen: E-Mail, PDF, Scan, Foto vom Aufmaß, Excel-Mengenliste oder GAEB-LV.

  • Zuordnung: Jede Position wird dem eigenen Katalog zugeordnet, auch anhand von Langtexten und technischen Datenblättern. Unvollständige Produktdaten sind kein Hindernis.

  • Spezifikationsprüfung: Geforderte Werte, etwa Brandverhalten oder Druckfestigkeit, werden je Position abgeglichen. Unsichere Positionen werden markiert, nie geraten.

  • Optionen nach Marge: Erfüllen mehrere Produkte die Anforderung, werden die konformen Optionen nach Marge sortiert.

  • Zuschläge: Zuschlagszeilen wie Fracht und Verpackung werden ergänzt, die Preislogik bleibt im ERP.

  • Ausgabe und Wiedervorlage: Der freigegebene Entwurf geht ins ERP oder als GAEB/PDF an den Kunden, offene Angebote landen in der Wiedervorlage.

Die durchschnittliche Trefferquote bei der Zuordnung liegt bei 92 %, je nach Kunde und Katalog. Mercura arbeitet mit mehreren Dach-, Fassaden- und Baustoffherstellern zusammen und ist insgesamt bei über 80 Händlern und Herstellern in Europa und den USA im Einsatz.

Was ist mit LVs aus Ausschreibungen?

LVs aus Ausschreibungen funktionieren nach demselben Prinzip: Mercura liest die GAEB-Datei oder das PDF, ordnet jede Position samt Langtext zu und gibt das bepreiste LV wieder als GAEB oder PDF aus. Positionen mit Leitfabrikat eines Wettbewerbers werden mit gleichwertigen eigenen Produkten belegt, sofern die Werte passen.

Bei Dach und Fassade sind LVs oft lang und kleinteilig: Grundpositionen für Flächen, viele Zulagen und Einzelpositionen für Anschlüsse, Durchdringungen und Formteile. Eventual- und Bedarfspositionen kommen hinzu. Den Aufbau eines LV beschreibt der Artikel Leistungsverzeichnis.

Wo sind die Grenzen, und wann passt das nicht?

Die Grenzen liegen bei statischen Nachweisen, Verlegeplänen und objektspezifischen Konstruktionen: KI ordnet Produkte zu und prüft Anforderungen aus dem Text, sie erstellt aber keinen Windsognachweis, keinen Gefälleplan und keine Fassadenstatik. Diese Leistungen bleiben bei Ihrer Anwendungstechnik oder beim Planer.

Weniger gut passt eine KI-Lösung, wenn:

  • Ihr Angebot fast immer eine Planungsleistung voraussetzt, etwa individuelle Fassadenelemente mit Werkplanung.

  • Ihr Sortiment sehr schmal ist und Anfragen meist nur eine oder zwei Positionen haben. Dann ist ein gut gepflegter Preislisten-Prozess im ERP oft ausreichend.

  • Sie nahezu ausschließlich über Rahmenverträge mit festen Artikeln verkaufen. Dann liegt der Hebel eher in der Auftragserfassung als im Angebot. Siehe Auftragserfassung automatisieren.

Stark ist die KI dort, wo viele uneinheitliche Anfragen über Handel und Verarbeiter kommen und jede ein Systemangebot mit Mengenumrechnung braucht.

Wie aufwendig ist die Einführung?

Die Einführung ist überschaubar: Ein technischer Test auf Ihren eigenen Daten ist meist innerhalb von zwei Arbeitstagen möglich, erste Workflows laufen in der Regel in weniger als vier Wochen. Ein vorheriges Schulungsprojekt ist nicht nötig.

Mercura bindet sich an Ihr ERP an, etwa SAP S/4HANA, SAP Business One, Microsoft Dynamics 365 oder proALPHA; andere Systeme über eine API oder per SFTP. Das ERP bleibt das führende System, Preise und Kalkulation bleiben dort. Mercura ist nach ISO/IEC 27001 zertifiziert, DSGVO-konform und in Europa gehostet. Mehr auf der Seite Integrationen.

Bringen Sie eine echte Objektanfrage oder ein echtes Dach-LV mit: In 30 Minuten zeigen wir, wie Mercura es in Ihrem Prozess verarbeitet. Termin vereinbaren

Fazit

Bei Dach-, Fassaden- und Baustoffherstellern ist die Angebotserstellung Systemarbeit: Schichten ergänzen, Mengen in Gebinde umrechnen, Anforderungen prüfen und Logistik einpreisen. KI bereitet diesen Systemvorschlag aus jeder Anfrage vor und zeigt offen, wo Angaben fehlen. Verlegepläne und Nachweise bleiben bei Ihrer Anwendungstechnik, die Freigabe beim Innendienst. So bekommen Handel und Verarbeiter schneller ein vollständiges Angebot. Mehr unter Angebote und Ausschreibungen.

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Häufige Fragen

Was gehört in ein Angebot für ein Flachdachsystem? In ein vollständiges Flachdachangebot gehören alle Schichten des Aufbaus, Anschlüsse, Abläufe und Zubehör sowie Fracht und Entladung. Fehlen Angaben wie Attikahöhe oder Ablauf-Nennweite, sollten sie nachgefragt statt geschätzt werden.

Kann KI Mengen in Rollen, Platten oder Paletten umrechnen? Mercura ordnet jede Position dem passenden Katalogartikel zu; Mengen rechnet Mercura anhand der Umrechnungsregeln aus Ihren Stammdaten in Verpackungseinheiten um. Preis- und Rundungslogik bleiben im ERP, unsichere Mengen werden markiert.

Funktioniert das auch für Fassadensysteme wie WDVS oder VHF? Ja, solange die Anfrage die Anforderungen nennt, ordnet Mercura die Systemkomponenten aus Ihrem Katalog zu. Systemzulassung und Statik prüft weiterhin Ihre Anwendungstechnik.

Was passiert bei Anfragen mit Leitfabrikat eines anderen Baustoffherstellers? Mercura schlägt eigene Produkte vor, die die geforderten Werte erfüllen, und markiert Abweichungen. Ob gleichwertig angeboten wird, entscheidet Ihr Team.

Wie kommen Anfragen über den Baustoffhandel in das System? Mercura liest Anfragen aus dem gemeinsamen Postfach, egal ob weitergeleitete E-Mail, PDF oder Foto. Wie Händler selbst mit KI arbeiten, beschreibt der Beitrag Software für den Baustoffhandel.

Werden unsere Daten zum Training externer KI-Modelle genutzt? Nein, Kundendaten trainieren keine externen KI-Modelle. Jeder Kunde hat einen eigenen Mandanten, gehostet in Europa.

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