Tiefbauhandel: Angebote im Tiefbau schneller erstellen

Tiefbauhandel: Angebote im Tiefbau schneller erstellen

Tiefbauhandel: Angebote im Tiefbau schneller erstellen

Luftaufnahme von Baggern auf einer Tiefbaustelle

MERCURA JOURNAL

Branchen

26. Oktober 2026

ca. 6 Minuten

Lukas Bock, Mitgründer & CEO

INHALT

  1. Was ist Tiefbauhandel und was liefert er?

  2. Wie kommt eine Anfrage beim Tiefbauhändler an?

  3. Warum dauert ein Tiefbau-LV im Innendienst so lange?

  4. Was hat KI im Tiefbauhandel bisher gebracht?

  5. Wo hat KI im Tiefbauhandel Grenzen?

  6. Wie startet ein Tiefbauhändler?

  7. Fazit

  8. Häufige Fragen

Donnerstag, 14 Uhr: Ein Tiefbauunternehmen schickt das komplette LV einer Kanalsanierung mit 380 Positionen und bittet um Materialpreise bis Montag, denn am Dienstag ist Submission. Davon sind vielleicht 120 Positionen Material, der Rest sind Erdarbeiten, Wasserhaltung und Oberflächen. Im Tiefbauhandel entscheidet genau diese Aufgabe über den Auftrag: Materialpositionen schnell erkennen, richtig zuordnen und rechtzeitig bepreisen. KI kann den Großteil dieser Vorarbeit übernehmen, der Innendienst prüft und gibt frei.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tiefbauhändler bekommen oft komplette Bau-LVs, in denen Material und Leistung gemischt sind; das Material steckt häufig im Langtext („liefern und verlegen“).

  • Der Zeitdruck kommt von der Submission des Kunden: Wer zu spät antwortet, wird in dessen Kalkulation nicht berücksichtigt.

  • Viele Positionen brauchen Projektpreise vom Hersteller, etwa Schachtbauwerke, Straßenabläufe oder größere Rohrmengen.

  • KI-Software wie Mercura liest GAEB- und PDF-LVs, trennt Material von Leistung, ordnet Positionen dem Sortiment zu und erzeugt Herstellerpreisanfragen.

  • Beim Tiefbaufachhändler Muffenrohr werden mit Mercura 100 % der Anfragen bearbeitet, bis zu 60 % schneller.

Was ist Tiefbauhandel und was liefert er?

Tiefbauhandel ist der Fachgroßhandel für Material, das unter oder auf der Erdoberfläche verbaut wird: Kanalrohre und Schächte für die Entsorgung, Rohre und Armaturen für die Wasser- und Gasversorgung, Kabelschutz für Strom und Telekommunikation sowie Entwässerung und Oberflächenmaterial im Straßenbau. Kunden sind vor allem Tiefbau- und Rohrleitungsbauunternehmen, Versorger und Kommunen. Viele Händler decken mit einem umfangreichen Sortiment den gesamten Bereich Tiefbau ab, oft einschließlich Schüttgütern wie Kies, Schotter und Splitt sowie Produkten für den Straßenbau und Wegebau wie Bordsteinen und Pflaster.

Zum Vergleich: Tiefbau umfasst alle Bauwerke an oder unter der Geländeoberfläche, etwa Kanäle, Leitungen, Straßen und Gründungen. Tiefbau-Baustoffe sind entsprechend schwer, sperrig und oft projektbezogen. Der Tiefbaufachhändler Muffenrohr gliedert sein Sortiment zum Beispiel in Versorgung, Entsorgung, Oberfläche sowie Stahl und Edelstahl und ist nach eigenen Angaben an 47 Standorten vertreten (muffenrohr.de).

Wie kommt eine Anfrage beim Tiefbauhändler an?

Eine typische Anfrage im Tiefbauhandel beginnt bei einer öffentlichen Ausschreibung: Ein Ingenieurbüro erstellt im Auftrag einer Kommune oder eines Versorgers ein LV, Tiefbauunternehmen kalkulieren ihr Angebot und fragen dafür die Materialpreise bei einem oder mehreren Händlern an. Das LV kommt als GAEB-Datei, als PDF oder als Excel-Auszug, oft vollständig und nicht nur mit den Materialpositionen.

Daraus ergeben sich drei Besonderheiten:

  1. Die Frist gehört dem Kunden. Das Tiefbauunternehmen hat eine feste Submission. Der Händler muss vorher liefern, sonst rechnet der Kunde mit einem anderen Preis.

  2. Viele Händler, ein Auftrag. Bauunternehmen fragen häufig parallel an. Wer schneller und vollständiger antwortet, hat bessere Chancen.

  3. Nach dem Zuschlag kommen Abrufe. Gewinnt der Kunde die Ausschreibung, wird das Material über Wochen oder Monate in Teillieferungen auf die Baustelle abgerufen.

Warum dauert ein Tiefbau-LV im Innendienst so lange?

Ein Tiefbau-LV dauert lange, weil der Innendienst zuerst Material von reiner Leistung trennen, dann die Materialangaben aus dem Langtext lesen und schließlich für Bauwerke ohne Lagerartikel Projektpreise beim Hersteller einholen muss. Jede dieser Stufen ist Handarbeit, und alle müssen vor der Submission des Kunden fertig sein.

Positionstyp

Beispiel aus einem Kanal-LV

Was der Händler tun muss

Automatisierbar mit KI

Reine Leistung

Rohrgraben herstellen, Wasserhaltung

Erkennen und aussortieren

Ja, der Relevanzfilter markiert Positionen außerhalb Ihres Sortiments

Material mit Leistung

Kanalrohr PP DN 300 SN 10 „liefern und verlegen“

Material aus dem Langtext lesen, Artikel zuordnen

Ja, Zuordnung inklusive Langtext

Formstücke und Zubehör

Bögen, Abzweige, Übergänge, Dichtringe

Passende Dimension und System treffen

Ja, mit Prüfung gegen Produktdaten

Bauwerke

Fertigteilschacht DN 1000 mit Gerinne, Konus, Abdeckung D 400

Konfiguration klären, Herstellerpreis anfragen

Teilweise: Preisanfrage wird erzeugt, Antwort zurückgelesen

Eventual- und Bedarfspositionen

Hausanschluss mit Anbohrschelle, nur nach Bedarf

Kennzeichnen, getrennt bepreisen

Ja, Kennzeichnung bleibt erhalten

Den Aufbau eines LVs beschreibt Leistungsverzeichnis (LV).

Was hat KI im Tiefbauhandel bisher gebracht?

Beim Tiefbaufachhändler Muffenrohr, mit 650 Mitarbeitenden und mehr als 80 Mio. € Umsatz, werden mit Mercura 100 % der eingehenden Anfragen bearbeitet, und die Bearbeitung ist bis zu 60 % schneller. Mario Hinz, Geschäftsführer von Muffenrohr, sagt dazu: „Diese KI wird Muffenrohr verändern.“

Laut Fallstudie bestehen die Anfragen bei Muffenrohr aus vielen Positionen aus unterschiedlichen Produktkategorien, die geprüft, den richtigen Produkten zugeordnet und zu einem vollständigen Angebot zusammengestellt werden müssen. Diese Vorarbeit übernimmt die Software, das Vertriebsteam gewinnt Zeit für die Kundenberatung. Die ganze Geschichte: Erfolgsgeschichte Muffenrohr.

Wo hat KI im Tiefbauhandel Grenzen?

KI hat im Tiefbauhandel Grenzen bei Sonderbauwerken, bei Projektpreisen, die erst verhandelt werden müssen, und bei technischen Fragen, die in die Planung gehören. Sie bereitet vor, entscheidet aber weder über Konditionen noch über die Eignung eines Systems für ein bestimmtes Bauvorhaben.

  • Sonderbauwerke: Regenrückhaltebecken, Pumpwerke oder individuell gefertigte Schächte brauchen Abstimmung mit Hersteller und Planer. Die Software kann die Anfrage erzeugen, nicht die Konstruktion klären.

  • Projektkonditionen: Ob ein Hersteller für ein Objekt einen Sonderpreis gibt, ist Verhandlungssache. Die Software liest Antworten zurück, verhandelt aber nicht.

  • Unvollständige LVs: Fehlen Angaben wie Belastungsklasse oder Werkstoff, wird die Position markiert. Eine Annahme trifft der Innendienst.

  • Wenig LV-Geschäft: Wer überwiegend Lagerverkauf an der Theke und wenige Objektanfragen hat, profitiert weniger.

Wie startet ein Tiefbauhändler?

Ein Tiefbauhändler startet mit einem technischen Test auf eigenen LVs und dem eigenen Artikelstamm, in der Regel innerhalb von zwei Arbeitstagen; erste Workflows sind meist in weniger als vier Wochen live. Vorab-Training ist nicht nötig, und unvollständige Produktdaten werden durch Datenblätter und Katalogtexte ergänzt.

Das ERP bleibt führendes System, inklusive Preisfindung. Angebunden werden unter anderem SAP S/4HANA, SAP ECC, SAP Business One, Microsoft Dynamics 365, Salesforce, proALPHA und UniTrade, andere Systeme über eine API oder per SFTP (Integrationen). Gelesen werden GAEB, PDF, Excel, Scans und E-Mails. Mercura ist nach ISO/IEC 27001 zertifiziert und hostet in Europa. Mehr unter Angebote und Ausschreibungen und Lösungen für Händler.

Testen Sie es mit Ihrem eigenen LV Bringen Sie ein echtes Tiefbau-LV mit: In 30 Minuten zeigen wir, wie Mercura es in Ihrem Prozess verarbeitet. Termin vereinbaren

Fazit

Im Tiefbauhandel gewinnt, wer vor der Submission des Kunden ein vollständiges, richtig bepreistes Materialangebot liefert. Der Aufwand steckt im Trennen von Material und Leistung, im Lesen der Langtexte und in den Herstellerpreisanfragen für Bauwerke. Genau diese Schritte lassen sich mit KI weitgehend vorbereiten, während Konditionen und Freigabe beim Innendienst bleiben. Muffenrohr zeigt, dass damit alle eingehenden Anfragen bearbeitet werden können.

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Häufige Fragen

Was ist ein Tiefbauhandel? Ein Tiefbauhandel ist ein Fachgroßhandel für Kanal-, Versorgungs-, Kabelschutz- und Entwässerungsmaterial. Er beliefert vor allem Tiefbau- und Rohrleitungsbauunternehmen, Versorger und Kommunen.

Was gehört zum Tiefbau? Zum Tiefbau gehören Bauwerke an oder unter der Geländeoberfläche, etwa Kanalisation, Wasser- und Gasleitungen, Kabeltrassen, Straßen und Gründungen. Der Tiefbauhandel liefert das Material für diese Gewerke.

Kann KI GAEB-Dateien aus Tiefbau-Ausschreibungen lesen? Ja, GAEB-Dateien werden gelesen, Positionen inklusive Langtexten dem Sortiment zugeordnet und das Ergebnis kann als GAEB oder PDF exportiert werden. Details zum Format erklärt der Beitrag GAEB-Format erklärt.

Erkennt KI, welche LV-Positionen reine Leistung sind? Ja. Ein Relevanzfilter markiert Positionen außerhalb Ihres Sortiments, etwa Erdarbeiten oder Wasserhaltung. Ihr Team prüft die Auswahl. Steckt Material im Langtext einer Leistungsposition, wird es herausgelesen und zugeordnet.

Wie geht KI mit Schächten und Bauwerken um, die nicht am Lager sind? Für solche Positionen erzeugt die Software eine Preisanfrage an den Hersteller und liest dessen Antwort zurück. Die Konfiguration des Bauwerks klärt weiterhin der Innendienst mit dem Hersteller.

Wie schnell ist ein Test mit eigenen Tiefbau-LVs möglich? Ein technischer Test auf eigenen Daten ist in der Regel innerhalb von zwei Arbeitstagen möglich. Erste Workflows sind meist in weniger als vier Wochen live.

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